Ernährung und ADHS: Ein Ernährungsexperiment mit vielversprechenden Ergebnissen
- Praxis Bernot
- vor 3 Stunden
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Kinder essen Pizza und Pasta - Overdrive im System
Liebe Leserinnen und Leser der Praxis Bernot in Hamburg,
Können Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern mit ADHS allein durch Ernährung gemindert werden?
Eine randomisierte, kontrollierte Studie aus dem Jahr 2011 in The Lancet – die INCA-Studie – gibt eine klare Antwort: Ja, zumindest bei vielen Betroffenen. An 100 Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren testeten niederländische und belgische Forscher eine streng überwachte Ausschließungdiät über fünf Wochen.
Der Ablauf der INCA-Studie
Im ersten offenen Phase wurden die Kinder zufällig einer Diätgruppe (50 Kinder) oder einer Kontrollgruppe mit gesunden Ernährungsempfehlungen (50 Kinder) zugeteilt. Die Diät eliminierte stark verarbeitete Lebensmittel, künstliche Zusatzstoffe, Gluten, Milchprodukte und weitere potenzielle Trigger. Die Bewertung erfolgte maskiert durch Kinderärzte mittels ADHD-Rating-Scale (ARS) und Conners-Skala (ACS). Responder (mindestens 40% Symptomverbesserung) gingen in eine vierwöchige doppelblinde Challenge-Phase, wo einzelne Nahrungsmittel (basierend auf IgG-Tests) wieder eingeführt wurden.
Die überzeugenden Ergebnisse
Die Diätgruppe zeigte eine hochsignifikante Symptomreduktion: Der ARS-Score sank um 23,7 Punkte mehr als in der Kontrollgruppe (p < 0,0001), die ACS um 11,8 Punkte. Bei 63% der Responder (19 von 30) kehrten Symptome nach Reexposition zurück – unabhängig von IgG-Werten. Die Studie schloss: Eine Eliminationdiät hilft, Nahrung als ADHS-Trigger zu identifizieren; IgG-Tests sind dafür ungeeignet. Keine Nebenwirkungen traten auf.
Diese Befunde deuten auf entzündliche, darmbedingte oder blutzuckerbezogene Mechanismen hin, die Neurotransmitter stören.
Praktische Schritte für den Alltag
• Führen Sie 4–6 Wochen eine Eliminationdiät durch: Keine künstlichen Zusatzstoffe, stark verarbeitete Lebensmittel, Gluten oder Milchprodukte.
• Setzen Sie auf Vollwertkost: Proteinreiche Lebensmittel, gesunde Fette, Ballaststoffe und gemüsebetonte Mahlzeiten.
• Fördern Sie Darmgesundheit mit probiotischen Lebensmitteln und entzündungshemmender Ernährung.
• Stabilisieren Sie den Blutzucker durch ausgewogene Portionen.
Medikamente haben ihren Platz, doch Ernährung als Ursachenforschung lohnt sich zuerst.
TCM-Perspektive auf ADHS und Unruhe
In der TCM steht ADHS oft im Zusammenhang mit Herz, Leber und Milz – Funktionskreisen, die den Geist (Shen), die emotionale Regulation und die Verdauung prägen. „Hitze“ oder „Phlegma“ stört diesen Fluss; Akupunktur (z. B. Punkte zur Herz-Qi-Beruhigung), sanfte Kräuter wie Bai Zi Ren und eine „kühlende“ Diät harmonisieren. In unserer Praxis Bernot Hamburg verbinden wir ein unterstützende Therapie mit individueller Beratung.
Ein kleiner Ernährungsumschwung kann Großes bewirken.
Sprechen Sie uns an – für kindgerechte Ansätze.
Mit herzlichen Grüßen,
Das Team der Praxis Bernot, Hamburg
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Pelsser LM, Frankena K, Toorman J, Savelkoul HF, Dubois AE, Pereira RR, Haagen TA, Rommelse NN, Buitelaar JK. Effects of a restricted elimination diet on the behaviour of children with attention-deficit hyperactivity disorder (INCA study): a randomised controlled trial. Lancet. 2011 Feb 5;377(9764):494-503. doi: 10.1016/S0140-6736(10)62227-1. PMID: 21296237.







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